FSME

Das Krankheitsbild der FSME

Für eine FSME-Erkrankung ist ein biphasiger Verlauf charakteristisch:

  • Nach einer Inkubationszeit von circa sechs bis 14 Tagen kommt es zur unspezifischen Symptomatik eines fieberhaften Infektes, oft begleitet von hohem Fieber. Diese erste Phase klingt nach ein bis acht Tagen meist wieder ab.
  • Bei etwa einem Drittel der Infizierten tritt nach einem fieberfreien Intervall von zwei bis acht Tagen eine weit schwerere, zweite Erkrankungsphase auf. Deutlich höheres Fieber (bis über 40 °C), Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Blutbildveränderungen charakterisieren den Beginn der Erkrankung. Je nach Beteiligung der einzelnen Hirn- und Nervenanteile werden drei Erkrankungsformen unterschieden: Hirnhautentzündung, Beteiligung der Hirnhäute und des Gehirns, und drittens neben Hirnhäuten und Gehirn zusätzliche Beteiligung des Rückenmarks.


Die von der Literatur berichtete Häufigkeit post-enzephalitischer Syndrome liegt zwischen 35 und 58 %.

Erfahren Sie in einem animierten Video mehr über die Infektion und Ausbreitung von FSME im menschlichen Körper.

Video "FSME - Der gläserne Mensch" starten (Dauer: 1,18 min)

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Verbreitung der FSME in Deutschland und Europa

Deutschland

Seit das Robert-Koch-Institut 1998 die erste Karte der FSME-Risikogebiete herausbrachte, stieg die Zahl der als FSME-Risikogebiet deklarierten Landkreise von 63 auf aktuell 136 Land- und Stadtkreise an. Diese verteilen sich folgendermaßen:

  • 42 Kreise in Baden-Württemberg (von insgesamt 44)
  • 78 Kreise in Bayern (von insgesamt 96)
  • 8 Kreise in Hessen
  • 7 Kreise in Thüringen
  • 1 Kreis in Rheinland-Pfalz


FSME-Erkrankungen außerhalb der „klassischen“ Endemiegebiete Bayerns und Baden-Württembergs nehmen relativ kontinuierlich zu. Früher wurde 1 % aller FSME-Fälle außerhalb dieser beiden Bundesländer registriert, in den letzten Jahren waren es bereits 10 bis 15 %.

Quelle: RKI, Epidemiologisches Bulletin Nr. 18, 2009


Europa

Die FSME ist in mehreren europäischen Ländern eine wichtige Infektionskrankheit mit gesundheitspolitischen Auswirkungen. In Europa werden mit einer hoher Dunkelziffer jährlich etwa 10.000-12.000 klinische Fälle beim Menschen registriert. In Russland, der Tschechischen Republik, Litauen, Estland und Lettland kann man die Auswirkungen der FSME als dramatisch bezeichnen, aber auch für Österreich (ungeimpfte Touristen), Deutschland, Polen und Ungarn besitzt die FSME eine nicht unerhebliche Bedeutung. Besonders zu beachten ist die FSME außerdem in Kroatien, Schweden, Finnland und der Slowakischen Republik. Eine nur geringe Bedeutung hat die FSME in Italien, Griechenland, Norwegen und Dänemark. Auf der Iberischen Halbinsel, in den Beneluxstaaten, dem Vereinten Königreich und Irland kommt das FSME-Virus autochthon nicht vor.

Quelle: Epidem. Bulletin Nr. 16, 2005

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FSME-Prophylaxe

FSME-Viren sitzen in den Speicheldrüsen der Zecke und werden unmittelbar nach dem Stich übertragen. Das schnelle Entfernen von Zecken bietet daher keinen Schutz vor einer Infektion. Auch Maßnahmen zum Vermeiden von Zeckenstichen – wie das Benutzen von Repellents und das Tragen von langer, geschlossener Kleidung – können das Risiko zwar vermindern, schützen aber nicht zuverlässig.

Die wirksamste präventive Maßnahme zum Schutz vor FSME ist die Impfung.

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Moderne Herstellung von FSME-IMMUN-Impfstoffen

Die neueste Generation der Impfstoffe FSME-IMMUN 0,25 ml Junior und FSME-IMMUN Erwachsene wird in einer der modernsten und zuverlässigsten Produktionsanlagen Europas hergestellt. Die Herstellung stellt einen hochautomatisierten Produktionsablauf dar, der durch Prozessleitsysteme eine permanente Prozessüberwachung und -dokumentation ermöglicht.

Der molekularbiologisch genau charakterisierte FSME-Virusstamm (Neudörfl) (P.N. Barrett et al. Vaccine 21, 2003) wird in Hühnerembryonalzellen vermehrt. Dies geschieht in online gesteuerten und überwachten Bioreaktoren, im geschlossenen System unter höchsten Produktschutz- und Personenschutz-Bedingungen. Anschließend an die Virusproduktionsphase von 4-5 Tagen bei 37 °C wird der virushaltige Überstand mittels Zentrifugation geerntet und das FSME-Virus inaktiviert (Totimpfstoff).

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Wirksamkeit und Verträglichkeit von FSME-IMMUN-Impfstoffen

Die Wirksamkeit von FSME-IMMUN Junior und Erwachsene wurde in verschiedenen klinischen Studien nachgewiesen. Mehr als 96 % aller Impflinge mit FSME-IMMUN hatten nach der zweiten Dosis eine Serokonversion. Die Serokonversionsrate stieg nach der 3. Dosis auf 99,7 % an. In einer klinischen Studie mit FSME-IMMUN Erwachsene wurde nach der 2. Impfung bei 94,8 % der Geimpften zwischen 16-65 Jahren eine Seropositivität erreicht. Nach 3 Impfungen beträgt die Seropositivitätsrate in der Regel fast 100 %. Das bedeutet, dass bei fast 100 % der geimpften Personen ein schützender Antikörpertiter nachweisbar ist.


Die Verträglichkeit von FSME-IMMUN 0,25 ml Junior und FSME-IMMUN Erwachsene hat sich europaweit in der millionenfachen Anwendung bewährt. FSME-IMMUN-Impfstoffe werden seit mehr als 30 Jahren eingesetzt.

In klinischen Studien mit circa 2.400 Kindern und Jugendlichen sowie circa 4.000 Erwachsenen waren Schmerz- und Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle die häufigsten lokalen Nebenwirkungen. Die häufigsten systemischen Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Unruhe (bei Kindern) und Übelkeit (bei Erwachsenen).

Quellen:

Pöllabaur, E. M. et al.: Offene klinische Phase-III-Prüfung eines modifizierten FSME-Imfpstoffes. Anwendungssicherheit im Immunogenität bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis 15 Jahren. Ellipse 2005; 21(2); 41

Löw-Baselli, A. et al.: Safety and immunogenicity of the modified adult tick-borne encephalitis vaccine FSME-IMMUN: Results of two large phase 3 clinical studies. Vaccine. 2006 Jun 12; 24 (24): 5256-63

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Impfschemata

Bei ausreichend Zeit bis zur Exposition wird die Immunisierung nach dem Standard-Schema empfohlen: „Impfung im Winter – Schutz im Sommer“, wobei die 1. und 2. Teilimpfung bis zu 3 Monaten auseinanderliegen können.

Die dritte Impfung 5-12 Monate nach der 2. Teilimpfung schließt die Grundimmunisierung ab und führt zu einem Langzeitschutz von mindestens 3 Jahren. Für einen kontinuierlichen und sicheren Schutz genügt eine Boosterimpfung alle drei bis fünf Jahre. Die weiteren Boosterimpfungen für Personen unter 50 Jahren können im Abstand von bis zu 5 Jahren gegeben werden. Über 50-Jährige sollten regelmäßig alle 3 Jahre Booster-Impfungen erhalten.


Eine Schnellimmunisierung ist dann empfehlenswert, wenn ein schützender Antikörpertiter rasch aufgebaut werden soll, z. B. ein kurzfristig geplanter Aufenthalt in FSME-Risikogebieten ansteht oder in den Sommermonaten geimpft wird. Bereits 3 Tage nach der zweiten Teilimpfung (1. und 2. Dosis im Abstand von 10-13 Tagen) sind 89,3 % der Impflinge im Neutralisationstest seropositiv. Die dritte Impfung schließt die Grundimmunisierung ab.

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Weiterführende Informationen

www.zecken.de

Erfahren Sie mehr über Zecken und von ihnen übertragene Krankheiten.

zecken.de